Berufungsgeschichte von Sr. Luise Ziegler

Am 15. Januar 1973 wurde ich geboren und wuchs als einziges Kind meiner Eltern auf.

Schon als Jugendliche fand ich Naturwissenschaft und Technik faszinierend. Nach dem Abitur studierte ich an der Universität Karlsruhe Informatik. Mir wurde aber immer deutlicher, dass dieser Beruf mich nicht erfüllen würde und dass ich mich danach sehnte, einen intensiven Weg mit Gott zu gehen.

Wie das genau aussehen sollte, wusste ich noch nicht. Nachdem ich »zufällig« eine Predigt zum Thema »Ordensberufe« gehört hatte, wurde der Gedanke an ein Leben als Ordensfrau immer drängender. Trotz langer Suche fand ich aber keine Gemeinschaft, bei der ich das Gefühl hatte: Da gehöre ich hin.

So beschloss ich, lieber einen pastoralen Beruf zu ergreifen. Nach der Diplom-Prüfung in Informatik begann ich das Studium der Religionspädagogik in Freiburg mit dem Ziel »Gemeindereferentin«. Im Verlauf des Studiums spürte ich immer mehr, dass das wirklich mein Beruf ist.

Doch dann ereignete sich etwas, das ich nicht erwartet hatte: Durch eine Kurskollegin lernte ich die Ordensgemeinschaft der Vinzentinerinnen in Untermarchtal kennen – und schon bei meinem ersten Besuch dort spürte ich: Hier ist mein Platz.

Woher kam dieses Gefühl? Mich beeindruckte die bodenständige Spiritualität der Schwestern, weil auch ich meinen Glauben so leben wollte. Außerdem faszinierten mich die Lebensgeschichten von Vinzenz und Luise, und mir wurde bewusst, dass ich beide als Vorbilder ansah.

Nach meiner Beauftragung als Gemeindereferentin bin ich am 23. September 2006 ins Postulat eingetreten. Durch die Einkleidung am 27. September 2007 wurde ich ins Noviziat aufgenommen und erhielt meinen Ordensnamen.

Seit meinem Eintritt habe ich mich mit meiner Motivation für mein Hiersein intensiv auseinandergesetzt und würde sie so ausdrücken: Ich möchte im Wissen um Gottes Liebe und im Vertrauen auf seine Vorsehung meinen Lebensweg gehen und den Menschen, die meine Hilfe brauchen, seine Liebe weitergeben – und zwar an dem Ort, wo er mich hinstellt.