Sr. Maria Agnes

Berufungsgeschichte von Sr. Maria Agnes Hahn

Gottes Liebe verdanke ich mein Leben. Als einziges Kind meiner Eltern wurde ich am 4. April 1929 geboren. Besondere Begleiter auf meinem Lebensweg waren die Vinzenzschwestern und mein Heimatpfarrer, ein tieffrommer Priester und ein großer Beter.

Weitere Lebensabschnitte waren: Aktives Mitglied in der Jugendgruppe (hier begann mein intensives geistliches Leben), Aufnahme in die Marianische Kongregation – alles war Zeichen der Liebe Gottes – dann Lehrvertrag als Büroangestellte. Beim Abschluss des Lehrvertrages fielen die Worte: »So Gott will.«

Dann kam der Umsturz 1945, der Lehrvertrag wurde gelöst. Ein Jahr lang arbeitete ich bei den Schwestern im Kindergarten, dann erfolgte die Ausbildung zur Erzieherin.

Einmal hörte ich im Gottesdienst die Worte: »Wer Vater und Mutter, Haus, Äcker … verlässt« (Mt 19,29). Da habe ich zum ersten Mal den »Schatz im Acker« (Mt 13,44) entdeckt. Das Gebet gab mir immer viel Kraft. Eine Freundschaft bahnte sich an: Ich war verliebt. Es folgte inneres Ringen und Beten, denn ich verspürte die Berufung zur engeren Nachfolge. Das ließ mich nicht mehr los!

Nach dem Tod meiner Mutter heiratete mein Vater eine Kriegerwitwe, die einen elfjährigen Sohn in die Ehe mitbrachte. Mein Vater war versorgt, und ich war frei für meinen Entschluss.

Am 3. Oktober 1952 erfolgte mein Klostereintritt. Immer war Gottes Führung am Werk. Von 1954 bis 1956 studierte ich Sozialarbeit in Freiburg. Nach dem Postulat und Noviziat legte ich am 18. September 1957 die Profess ab. Danach war ich in verschiedenen Einrichtungen unserer Gemeinschaft in der Erziehungsarbeit eingesetzt.

In meinem weiteren Schwesternleben durfte ich sowohl in Höhen als auch in Tiefen Gottes Führung und liebende Nähe erfahren. So möchte ich sprechen: »Herr, ich danke dir für die schöne Vergangenheit, die Gegenwart schenke ich dir und die Zukunft vertraue ich deiner Liebe an.«