Sr. Veronika

Berufungsgeschichte von Sr. Veronika Hinderhofer

Meinen Eltern war der Glaube immer wichtig und so kam es, dass wir zusammen mit meinen zwei Schwestern zu Familienexerzitien nach Untermarchtal gingen. Damals war ich 12 Jahre alt. Zufällig wurden wir auf eine Einladung zur Mädchenfreizeit in der Villa Sonnenschein aufmerksam. Diese besuchte ich einige Jahre mit einer Freundin bis wir zu alt waren. Was nun? Der Ort und die Schwestern zogen mich irgendwie an. Es tat mir gut meinen Glauben leben zu können, ihn nicht verstecken zu müssen und einfach so da zu sein, wie ich bin. Einige Jahre ging ich immer wieder zu "Kloster auf Zeit", zum Jugendtag und half als Betreuerin bei der Villa Sonnenschein.

Nach meinem Abitur beschloss ich Sonderpädagogik zu studieren. Ich wollte einen Beruf ergreifen, der mit Menschen zu tun hat. Sicherlich war auch das Vorbild des hl. Vinzenz Grund dafür.

In dieser Zeit war ich bei Stillen Tagen vor der Einkleidung einer meiner jetzigen Mitschwestern. Diese Tage bewegten mich sehr, doch wusste ich nicht recht warum. Eine Schwester meinte zu mir: "Weißt du eigentlich schon in welche Richtung das geht?" Mir glitt der Boden unter den Füßen weg. Ich, Schwester? Niemals! In den folgenden Jahren ging diese Frage immer mit mir. Es war ein Hin und Her, ein Abwägen bis ein Punkt erreicht war, wo ich spürte dass ich mich entscheiden muss. Ich bekam den Mut und die Kraft den Schritt zu wagen und trat 2006 nach dem Studium mit 24 Jahren ein.

In den 3 Jahren Postulat und Noviziat mit all seinen Höhen und Tiefen durfte ich erfahren, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich hatte das Gefühl angekommen zu sein und so legte ich 2009 die Profess ab. Nach dem Referendariat werde ich als Sonderschullehrerin arbeiten. Im Nachhinein kommt es mir vor wie ein Wunder und ich bin unendlich dankbar für den Weg, den Gott mich führt.